Ein Großbetrieb mit Fokus auf die Frischversorgung
„Unser Ziel ist es, jeden Tag frische Frühlingszwiebeln zu liefern“, erklärt Matthias. Sein Betrieb beliefert große Einzelhandelskunden in Deutschland, Großbritannien, Polen und Frankreich, wo Frische und gleichbleibend hohe Qualität entscheidend sind.
Neben Frühlingszwiebeln baut der Betrieb eine breite Palette weiterer Gemüsearten an, darunter Daikon, Radieschen, Chinakohl, Pak Choi, Sellerie, Petersilie, Dill, Erbsen und Speisezwiebeln. Die Produktion wird während der Saison kontinuierlich an die Bedingungen angepasst. Die Anbaubedingungen in der Pfalz bieten Möglichkeiten sowohl für einen sehr frühen als auch für einen sehr späten Anbau. Die Winter sind vergleichsweise mild, obwohl weiterhin Frost auftreten kann. In trockenen Phasen ist daher eine Bewässerung unerlässlich. Um eine ganzjährige Versorgung sicherzustellen, ist eine regelmäßige Anpassung der Sortenplanung notwendig. „Wir wechseln die Sorten regelmäßig, damit unsere Kunden während der gesamten Saison kontinuierlich beliefert werden.“
Je nach Jahreszeit setzt der Betrieb auf unterschiedliche Allium-Arten. Die Winterproduktion basiert überwiegend auf Allium cepa, während im Sommer hauptsächlich Allium fistulosum angebaut wird. Hybridsorten machen derzeit nur einen kleinen Anteil der Produktion aus.
Die größten Herausforderungen für Erzeuger
Wie viele professionelle Gemüseerzeuger sieht Matthias einen zunehmenden Druck durch steigende Produktionskosten und strengere Vorgaben beim Pflanzenschutz. „Die Zahl der verfügbaren Pflanzenschutzmittel nimmt weiter ab, während Supermärkte immer strengere Rückstandsgrenzwerte verlangen.“
Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Trockenheit lässt sich durch Bewässerung weitgehend ausgleichen, anhaltende Niederschläge sind jedoch deutlich schwieriger zu beherrschen. Gleichzeitig nimmt der Krankheitsdruck weiter zu. „Thripse und Falscher Mehltau sind derzeit unsere größten Herausforderungen.“
Auch der Arbeitskräftemangel bleibt ein wichtiges Thema. Es wird zunehmend schwieriger, ausreichend Saisonarbeitskräfte zu finden, während die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte immer aufwendiger und kostspieliger wird.
Qualität beginnt mit der richtigen Sorte
Der Einzelhandel verlangt Frühlingszwiebeln mit einem kurzen weißen Schaft und gesundem, dunkelgrünem Laub. Eine gleichmäßige Qualität hängt sowohl von der Anbautechnik als auch von der Wahl der richtigen Sorte ab. Bei der Auswahl neuer Sorten steht für Matthias eine Eigenschaft besonders im Vordergrund. „Eine gute Reinigungsfähigkeit ist das wichtigste Merkmal, weil sie die Ernte- und Arbeitskosten unmittelbar reduziert.“
Direkt danach folgt die Krankheitsresistenz beziehungsweise Krankheitstoleranz, insbesondere angesichts des zunehmenden Krankheitsdrucks.
Sorten passend zu den saisonalen Bedingungen
Matthias baut überwiegend Takii-Sorten an, die jeweils aufgrund ihrer besonderen Stärken für unterschiedliche Phasen der Saison ausgewählt werden.
- Kishi F1 – für ihre schnelle Entwicklung im Frühjahr.
- Kyosen F1 – für ihre ausgezeichnete Reinigungsfähigkeit.
- Baton F1 – für ihr kräftiges Sommerlaub.
- Estafette F1 – für ihre Toleranz gegenüber Falschem Mehltau.
- Etappe F1 – für eine zuverlässige Produktion im Herbst.
Obwohl eine gleichmäßige Bestandesentwicklung geschätzt wird, sind für Matthias Krankheitstoleranz und Reinigungsfähigkeit deutlich wichtiger für eine effiziente kommerzielle Produktion. Ein kräftiges Wurzelsystem trägt zudem zu einer besseren Bestandesleistung bei hohen Temperaturen bei, erfordert jedoch mehr Aufwand bei der Ernte.
Blick in die Zukunft
Nachdem der Einzelhandel zeitweise verstärkt Frühlingszwiebeln aus anderen Regionen bezogen hatte, sieht Matthias inzwischen wieder bessere Perspektiven für den regionalen Anbau in Deutschland.
„Der Einzelhandel hat erkannt, dass sich nicht jede Kultur überall erfolgreich anbauen lässt. Deshalb nimmt der Anbau von Frühlingszwiebeln in der Pfalz wieder zu.“
Auch seine Züchtungswünsche für die Zukunft sind klar formuliert.
Erzeuger durch Züchtung unterstützen
Da die Produktionsbedingungen immer anspruchsvoller werden, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Züchtern und Erzeugern wichtiger denn je. Eigenschaften wie Krankheitstoleranz, Reinigungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit gewinnen weiter an Bedeutung.
Durch die enge Zusammenarbeit mit professionellen Erzeugern wie Matthias Nied entwickelt Takii weiterhin Sorten, die Erzeugern dabei helfen, während der gesamten Saison effizient und zuverlässig hochwertige Frühlingszwiebeln zu produzieren.